Der EC in Deutschland

Der EC in Deutschland

In Deutschland waren es vor allem Friedrich Blecher, Kandidat der Theologie, und der damals einflussreiche Hofprediger Adolf Stoecker, die diese neue Jugendbewegung bekannt machten und zur Nachahmung dieser verbindlichen Jugendarbeit ermunterten. Als erster griff der reformierter Pfarrer, Superintendent lic. Ubbo Gerhard Hobbing, in Bad Salzuflen, diesen Gedanken auf und gründete dort am 7. Oktober 1894 mit einer Anzahl früherer Konfirmanden den ersten deutschen „Jugendbund für entschiedenes Christentum“.
Für die weitere Ausbreitung des EC in Deutschland war ein Besuch von Pastor Dr. Clark im November 1894 von Bedeutung, den er auf Einladung von Friedrich Blecher unternahm. Dabei bekam er sogar Gelegenheit, vor der in Berlin tagenden Generalsynode einen Vortrag zu halten. Bereits im Oktober 1895 fand in Kassel ein erstes Treffen der damals schon bestehenden zehn Jugendbünde statt. Ein Jahr später sah sich Blecher berufen, der Sache des EC hauptberuflich zu dienen. Zur gleichen Zeit erschien erstmals ein eigenes Vereinsblatt, die „Jugendhilfe“, Vorgänger des heutigen EC-Magazins ANRUF.
Die zweite EC-Weltbundtagung 1900 in London und eine europäische EC-Tagung 1905 in Berlin eröffneten der jungen deutschen Bewegung erste weltweite Horizonte. Am 3. Juli 1903 wurde aus den bestehenden EC-Landesverbänden der „Deutsche Verband der Jugendbünde für entschiedenes Christentum“ gegründet, dessen Vorsitz am 5. Oktober 1909 Pfarrer Gustav Schürmann übernahm.
Mit dem Namen aus der Gründerzeit wurden die Initialen des weltweiten Christian Endeavour (CE) übernommen. Er bedeutete: „Jugendbund für entschiedenes Christentum“ und wird heute als „entschieden für Christus“ interpretiert.
Im Oktober 1913 wurde in Berlin-Friedrichshagen ein Haus (Bundeshaus) gekauft, von dem aus die Leitung und Koordinierung der Aufgaben wahrgenommen wurde. Auch während des Ersten Weltkrieges stieg die Mitgliederzahl ständig an, und in der Nachkriegszeit schlug sich eine Erweckungswelle in fast allen Teilen Deutschlands in gewaltig ansteigenden Mitgliederzahlen nieder. Innerhalb von nur vier Jahren, von 1918 bis 1922, verdreifachte sich die Anzahl der Mitglieder. 1922 gehörten dem EC in Deutschland 40.000 Mitglieder in 1.330 Jugendbünden an. Die wirkliche Lebendigkeit dieser Jugendarbeit aber weisen ganz andere Zahlen aus: Bis 1928 waren 3.421 junge Menschen in den hauptamtlichen Dienst der Diakonie und Verkündigung eingetreten.

Als das erste Bundeshaus in Berlin Friedrichshagen zu klein geworden war, wurde im Jahre 1926 an den märkischen Seen in Woltersdorf bei Erkner ein ehemaliges Sanatorium als neue Bundeszentrale erworben.
Bereits im Juni 1924 hatte man als besondere Form missionarischer Tätigkeit eine Zeltmissionsarbeit aufgenommen, die bis heute besteht.
Einen besonderen Höhepunkt des internationalen EC-Werkes bildete die im Jahre 1930 in Berlin durchgeführte erste EC-Weltbundtagung auf deutschem Boden, an der Besucher aus 37 Staaten teilnahmen. Ihr sollten später, nach dem Zweiten Weltkrieg, drei weitere 1958 in Frankfurt/Main, 1974 in Essen und 1998 in Bad Liebenzell folgen.

Der Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg
Das Verbot der Jugendarbeit unter der nationalsozialistischen Diktatur löschte den EC in Deutschland nicht aus. Unter Prägung des ersten Bundespfarrers nach dem Zweiten Weltkrieg, Arno Pagel, erfuhr der EC im Westen einen Neubeginn. 1950 entstand in Kassel im Gemeinschaftshaus „Friedenshof“ eine neue Zentrale. 1970 wurde ein Haus in der Frankfurter Straße in Kassel erworben. Dort wurde ein neues Bundeshaus eingerichtet. Auf dem Gelände befand sich eine Buchhandlung. Seit dem 1. Oktober 1979 arbeitet das EC-Seelsorgezentrum auf dem bis dahin erweiterten Grundstück. Seit März 1990 befindet sich unsere EC-Zentrale in der Leuschnerstr. 74 in Kassel. Jetzt ist der Deutsche Jugendverband „Entschieden für Christus“ (EC) e.V. in 16 EC-Landesverbände gegliedert. In ca. 3.000 Kinder-, Jungschar-, Teenager- und Jugendgruppen werden wöchentlich über 50.000 junge Menschen erreicht.

In Bayern gibt es heute (Okt/2014) 22 Jugendkreise, 36 Teenagerkreise, 46 Jungscharen und 24 Kinderstunden. 2013 hatte der EC-Bayern 384 Mitglieder.

 

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